von Katharina Kleinen-Sigg
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Rauchfrei werden und bleiben!

Warum greifen so viele Menschen zur Zigarette, obwohl sie wissen, dass diese schadet? Hierbei spielen natürlich viele Faktoren eine Rolle. In diesem Magazinartikel soll sich auf die Rolle des Dopaminhaushaltes fokussiert werden, der durch anhaltenden Nikotinkonsum nachhaltig beeinflusst wird und bei der Entwicklung einer Abhängigkeit entscheidend ist.  

Nikotin – der schnelle Kick fürs Gehirn

Wenn Sie eine Zigarette rauchen, gelangt Nikotin in Sekundenschnelle ins Gehirn. Dort dockt es an spezielle Rezeptoren an – sogenannte nikotinische Acetylcholinrezeptoren. Die Folge: Das Gehirn schüttet Dopamin aus, ein Transmitter, welcher auch bekannt ist als Glücks- und Belohnungshormon.

Das fühlt sich kurz gut an, denn dies befördert Entspannung, es hilft uns, uns zu fokussieren und lässt uns für einen Moment zufriedener fühlen. Aber: Dieser Effekt hält nur kurz an. Danach fällt er Dopaminspiegel schnell wieder ab – oft sogar unter den Normal- bzw. Ausgangswert. In der Folge entstehen Gereiztheit, Nervosität oder Unruhe. Und genau deswegen entsteht dann der Wunsch, sich die nächste Zigarette anzuzünden.

Ein Teufelskreis, der Sie nicht „glücklich“, sondern abhängig macht. (1)

Wie genau funktioniert dieser Teufelskreis?

Dopamin ist der Botenstoff, der Motivation und Freude steuert. Wenn Nikotin ständig künstlich Dopamin ausschütten lässt, reagiert das Gehirn langfristig: Es reduziert die Empfindlichkeit seiner Rezeptoren. Mit anderen Worten: Sie brauchen immer mehr Nikotin, um sich normal zu fühlen – und natürliche Freuden (Sport, Musik, Lachen) wirken weniger stark.

Der Weg zurück

Viele Raucherinnen und Raucher verbinden das Rauchen mit bestimmten Absichten oder Gefühlen – etwa mit einer Pause, mit sozialem Austausch oder mit Entspannung. Aus Sicht des Gehirns scheint die Zigarette genau das zu liefern: einen kurzen Moment der Erleichterung oder Belohnung.  

Tatsächlich übernimmt Nikotin diese Funktionen jedoch nicht wirklich. Es greift vielmehr direkt in das Dopaminsystem ein und erzeugt künstliche Belohnungsreize. Das Gehirn lernt dadurch, Nikotin mit positiven Effekten zu verknüpfen, obwohl diese ursprünglich auch ohne Rauchen möglich wären.  

Genau hier setzt der Rauchstopp an. Wird dem Gehirn kein Nikotin mehr zugeführt, kann sich das Dopaminsystem schrittweise erholen. Schon wenige Wochen nach dem Rauchstopp regenerieren sich die Dopaminrezeptoren. Die erste Zeit ist also besonders schwer, bevor es leichter wird. (2) Die Dopaminrezeptoren werden wieder empfindlicher, und natürliche Reize – wie Bewegung (3), soziale Kontakte oder echte Pausen – können erneut als belohnend erlebt werden.  

Denn langfristig gilt: Echte Zufriedenheit entsteht nicht durch Nikotin – sondern durch echte Lebensfreude.

 

Quellen:  

1 Jiang J, Li X, Hu A-F, Zhou G-J, Gao Y-H, Xu C, Wu X-M, Wang H-J. Nicotine and neuronal nicotinic acetylcholine receptors: unraveling the mechanisms of nicotine addiction. Front Neurosci. 2025 Oct 17;19:1670883. doi:10.3389/fnins.2025.1670883.

2 Recovery of dopamine function emerges with recovery from smoking [Internet]. Lübeck: Universität zu Lübeck; 2016 Aug 1 [cited 2025 Dec 18]

3 Chen H, Yang Y, Miyai H, Yi C, Oliver BG. The effects of exercise with nicotine replacement therapy for smoking cessation in adults: a systematic review. Front Psychiatry. 2022 Nov 24;13:1053937. doi:10.3389/fpsyt.2022.1053937. PMID: 36506415.

 

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